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06.04.2006

Die gute, die dynamische Form


Arbeiten von Carl Auböck in der Wiener Galerie Rauminhalt


Mit Carl Auböck hat die Galerie Rauminhalt einen Designer gewählt, der im eigenen Land noch zuwenig anerkannt wird. Auf den ersten Blick wirken seine Arbeiten wie Produkte aus den 50er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Die Entstehungsdaten zeigen allerdings, dass Auböck bereits in den 30er-Jahren – wie auch Friedrich Kiesler -eine Formgebung entwickelt hat, welche das biomorphe und aerodynamische Vokabular der Nachkriegsära vorwegnimmt. Der Bauhaus-Schüler war mit seinen Arbeiten sicherlich am Puls jener Zeit, deren wissenschaftliche Protagonisten das Ende der Ästhetik des Maschinenzeitalters begründeten. Bei Auböck schlägt sich diese Wende unmittelbar in den verwendeten Materialien nieder. Er lässt die Natur in Form von Rattan, Bambus oder wenig behandeltem Holz in seine Arbeiten einfließen und begleitet damit jene Wienerische Distanz eines Josef Frank zur „metallenen Moderne“.

Gerade die originalen Stücke, wie sie Galerie Rauminhalt zeigt, dokumentieren die Entwicklung Auböcks vom expressiv-konstruktiven Designer zum Produktgestalter, der die zweite Moderne vorwegnimmt.

Carl Auböcks Werk steht in der Familientradition der Werkstätte Auböck, beginnend mit seinem Vater Karl Heinrich, fortgesetzt von seinem Sohn Carl und heute in der vierten Generation in Wien präsent. Die englische Ausgabe des Buches „die Kataloge der Werkstätte Carl Auböck 1925 – 1975“ bildet daher auch einen integrativen Teil der Ausstellung in der Galerie Rauminhalt, um letztlich ein Stück Wiener Design- und Wirtschaftsgeschichte für die Besucher umfassend zu dokumentieren.

Gert Walden